Studium generale

 

Das Studium generale (STG) ist eine Zentrale Wissenschaftliche Einrichtung der Johannes Gutenberg-Universität. Es erweitert das Fachstudium interdisziplinär und fördert fächerübergreifende Ansätze in Forschung und Lehre. Der Forschungs- und Lehrschwerpunkt des Studium generale liegt im Feld der interdisziplinären Wissenschaftsreflexion und besonders in der Philosophie und Geschichte der Wissenschaften.

Das Studium generale bietet ein semesterweise wechselndes fächerübergreifendes Veranstaltungsangebot. Die Veranstaltungen richten sich an Studierende aller Fachbereiche und alle Angehörigen der Universität ebenso wie an die außeruniversitäre Öffentlichkeit. Beim Studium generale ist zudem die Stiftung "Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur" angesiedelt; die interdisziplinäre Vorlesungsreihe der Stiftungsprofessur findet jeweils im Sommersemester statt.

 

Über das Studium generale

Die Auseinandersetzung mit den hochkomplexen Gegenwartsfragen erfordert neben der Spezialisierung der Wissenschaft die gleichzeitige Zusammenarbeit über die Fachgrenzen der Einzeldisziplinen hinaus. Das umfangreiche Programm des Studium generale an Lehrveranstaltungen und öffentlichen Veranstaltungen bietet ein Forum für den interdisziplinären wissenschaftlichen Diskurs und vermittelt darüber hinaus Einsicht in die Zusammenhänge zwischen wissenschaftlichem Erkennen und lebensweltlicher Praxis. Es leistet einen Beitrag zur Reflexion und zum Zusammenhangsbewusstsein der Fachwissenschaften. Das STudium generale richtet sich an alle Studierenden, Universitätsangehörigen und zugleich an alle Interessierten und fördert damit die Öffnung der Universität.

Spezialisierung braucht Orientierung - je reicher wir an Information und Wissen sind, desto ärmer scheinen wir an Orientierungskompetenz zu werden. Diese Kompetenz kann auch als Bildung bezeichnet werden. Bildung setzt die Aneignung von Information und Wissen voraus, aber sie geht zugleich darüber hinaus, denn Bildung versteht sich auch als Orientierungskompetenz. Sie soll jene Einsichten vermitteln, die Orientierung gewähren, die Zwecke und Ziele benennen und die selbständige, mitverantwortliche Teilnahme am Wissenschaftsbetrieb und am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

Geschichte

Das Mainzer Studium generale ist eine der traditionsreichsten Einrichtungen seiner Art in Deutschland. Als Akademisches Propädeutikum 1948/49 gegründet, wurde es 1949/50 für alle Studierenden als Studium generale geöffnet. Das Land Rheinland-Pfalz stellte 1953/54 erstmals auch finanzielle Mittel für Gastvorlesungen und Sonderveranstaltungen zur Verfügung: zur »Weitung des Blicks, Vertiefung des Wissens, persönlichen und politischen Bildung«, nach Worten des damaligen Leiters des Studium generale, Karl Holzamer. Im Wintersemester 2007/2008 konnte die 100. Kolloquienreihe der »Mainzer Universitätsgespräche« gefeiert werden.

 

Stationen

1946 Wiedereröffnung der Universität. Forderung nach Einrichtung eines Studium generale (Rééducation)

1948/49 Studium generale als Akademisches Propädeutikum

1949/50 Studium generale für alle Studierenden geöffnet

1953/54 Durchführung von Gastvorlesungen

1958 Einrichtung der "Mainzer Universitätsgespräche"

1997 Einführung von Themenschwerpunkten

2000 Beginn der Vorlesungsreihe zur "Johannes Gutenberg- Stiftungsprofessur"

2009 Einführung von Modulen für Bachelor-Studiengänge

2011 Einführung von Modulen für Master-Studiengänge

2011 Einrichtung des Arbeitsbereichs "Interdisziplinäre Forschung und Lehre (IFuL)"

2012 Konzeption eines Kursprogramms im Rahmen des Qualitätspakts Lehre

 

Presseberichte

Studieren ohne Grenzen: Studium generale. LuST: Magazin zu Lehre und Studium 2, 2013, S. 38-39 (PDF).

IFuL verführt Studierende zum Blick über den Tellerrand. JGU Magazin (19.12.2011) (Link).