Informationen zu den Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2018/2019


Die drei Vorlesungsreihen der Themenschwerpunkte sind für alle Universitätsangehörigen, für die Öffentlichkeit und für immatrikulierte Studierende aller Fachbereiche geöffnet.

Die BA-Übungen sind nur für die Studierenden geöffnet, in deren Bachelor-Studiengang ein Modul des Studium generale integriert ist.

Die Master-Übungen sind nur für die Studierenden geöffnet, in deren Master-Studiengang ein Modul des Studium generale integriert ist.

 

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2018/2019
 

► Themenschwerpunkt:  Standpunkte, Koordinaten, Horizonte – Sich in der Welt orientieren
Vorlesungsreihe,"Mainzer Universitätsgespräche", Mittwoch, 18-20, Hörsaal N 1 (Muschel)

Die Fähigkeit, den eigenen Aufenthaltsort zu bestimmen und sich in der Umwelt zurechtzufinden, ist von elementarer Bedeutung. Ohne Orientierung im Raum könnten Tiere und Menschen nicht überleben. Dabei zeigen Insekten, Säugetiere und Menschen verschiedene Strategien. Viele Fragen zum neuronalen Navigationssystem, das in mancherlei Hinsicht dem GPS in Navigationsgeräten ähnelt, sind in der Forschung noch offen. – ›Sich-Orientieren‹ ist zudem eine Metapher für das ›Sich-Zurechtfinden‹ im Leben und in der Welt überhaupt. Im Kontext einer von der Wissenschaft geprägten Zivilisation und unter den soziokulturellen Bedingungen der Gegenwart stellt sich das ›Sich-Zurechtfinden‹ aber als besonders schwierig dar: Wissensbestände und die Menge des Machbaren wachsen, traditionelle Autoritäten verlieren an Relevanz und vertraute Muster der Alltagsbewältigung versagen. Gleichzeitig sehen wir uns ständig einer Fülle von Handlungsoptionen gegenüber. Konfrontiert mit einem hohen Maß an Komplexität und ohne verbindlich vorgegebene Koordinaten stehen wir somit täglich vor der Aufgabe, handelnd unseren Weg finden zu müssen. Wie funktioniert Orientierung im Raum? Welche Fähigkeiten verhelfen uns zur Orientierung in unserem individuellen Leben in der gegenwärtigen Welt? Welche Rolle spielen Bildung, Wissen über Wissenschaften und kritisches Urteilsvermögen, um eigene Standpunkte entwickeln zu können? Wie entstehen Orientierungskrisen und welche Maßnahmen versprechen Abhilfe?
Im 70. Jahr seines Bestehens nimmt das Mainzer Studium generale das Phänomen Orientierung in den Blick und bezieht die Sichtweisen von Natur-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie der Philosophie in die Betrachtung ein.

BA-Übungen zur Vorlesungsreihe: Dienstag,10-12, und Dienstag,14-16

 

► Themenschwerpunkt:  Wie fair ist Deutschland? Befunde und Perspektiven zur Geschlechtergerechtigkeit
Vorlesungsreihe, Dienstag, 18-20, Hörsaal N 1 (Muschel)

»Männer und Frauen sind gleichberechtigt.« So heißt es lapidar in Art. 3 Abs. 2 Satz 1 des Grundgesetzes. Doch sind Männer und Frauen in Deutschland wirklich auch faktisch gleichberechtigt? Der Absatz hat nicht ohne Grund noch einen zweiten Satz: »Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.« Sowohl um die Dimensionen und das Ausmaß von tatsächlichen oder vermeintlichen Benachteiligungen als auch um die normativen und theoretischen Grundlagen von Forderungen nach Gerechtigkeit gibt es in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zahlreiche Debatten: Warum verdienen Frauen in der Regel weniger als Männer? Ist das Rechtssystem in Theorie und Praxis geschlechtsblind oder bevorzugt es einseitig ein Geschlecht? Wie fair ist das deutsche Bildungssystem? Brauchen wir eine geschlechtergerechte Sprache, positive Fördermaßnahmen für unterrepräsentierte Gruppen – oder stellt dies selbst wiederum eine interessengeleitete Verzerrung dar? Wie sollten kollektive und individuelle Ansprüche gewichtet werden? Und schließlich: Wie groß ist die biologisch-psychologische Verschiedenheit zwischen Mann und Frau wirklich?
Den Spannungsfeldern zwischen Befunden zu biologischem und sozialem Geschlecht, zu Kategorisierungen, Repräsentationen und Herrschaftsformen und der politisch-gesellschaftlichen Lebenswirklichkeit geht die Reihe in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten des Senats der Johannes Gutenberg-Universität nach

BA-Übungen zur Vorlesungsreihe: Montag, 10-12, und Montag, 12-14

 

► Themenschwerpunkt:  Warum wir reden müssen – Kultur und Sprache
Vorlesungsreihe, Montag, 18-20, Hörsaal N 1 (Muschel)

Menschen sprechen nicht nur gern und viel, sie tun dies auch auf sehr unterschiedliche Weise. Kultur und Sprache stehen in enger wechselseitiger Beziehung. Die sozialen und kulturellen Traditionen, Regeln, Werte einer Gesellschaft lernen wir vor allem durch Sprache. In der Evolution des Homo sapiens war das Zusammenwirken von Sprache, Kultur und Kognition von zentraler Bedeutung. Neuere linguistische Forschungen zeigen, dass die kulturelle Entwicklung die Sprachentwicklung offenbar sehr viel stärker beeinflusst als universelle Regeln der Sprachverarbeitung im Gehirn. Wenn Sprache und Kultur sich derart gegenseitig bedingen, müssen wir dann in der gegenwärtigen Situation von Globalisierung und gesellschaftlichem Wandel nicht auch darüber reden, was dieses Verwobensein für kulturelle Identität, für Migration und Integration bedeutet? Wie wichtig sind dann Mehrsprachigkeit und Beherrschung der Landessprache? Prozesse des Spracherwerbs und der Vermittlung von Sprache und kulturellen Traditionen rücken damit in den Blick. Historische Ereignisse, soziale und kulturelle Veränderungen schlagen sich im Sprachgebrauch nieder. Wie wandelt sich unsere Sprache durch die Digitalisierung, durch Watson, Alexa und Siri?
Für ein weites Verständnis des komplexen Verhältnisses von Kultur und Sprache beziehen wir in unsere Vorlesungsreihe neben den Ergebnissen sprach- und kulturwissenschaftlicher Arbeiten auch Forschungen aus Neurowissenschaften, Psychologie und Anthropologie ein.

BA-Übung zur Vorlesungsreihe: Donnerstag, 12-14
Master-Übung: Kultur und Kulturbegegnung: Donnerstag, 14-16

 

►  Master-Schwerpunkt: Grundlagen wissenschaftlicher Erkenntnis
Vorlesung: Wahrheit und Wirklichkeit in den Wissenschaften: Donnerstag, 16-18

Was ist Wissen? Was ist Wissenschaft? Wie ist Erkenntnis möglich? Welche Bedeutung verbindet sich mit dem Begriff der Wahrheit? Welches Verhältnis besteht zwischen wissen schaftlichen Theorien und außer wissenschaftlicher Realität? An bestimmten Stellen ihrer Tätigkeit stoßen Wissenschaftler auf Grundlagenprobleme, die an die Wissenschaftsphilosophie grenzen und u.a. die oben genannten Fragen aufwerfen. Die Veranstaltung versteht sich primär als Einführung für Nicht-Philosophen, aber auch Philosophie-Studierende profitieren von ihr: Sie geht von philosophischen Fragestellungen aus, wendet diese in Form konkreter Beispiele aber zu gleich auf verschiedene Wissenschaftsgebiete an.

Master-Übungen: Wie Wissen gemacht wird. Tatsachen, Theorien, Revolutionen: Montag, 12-14, und Montag, 14-16

 

Weitere Informationen zu den Lehrveranstaltungen des Wintersemester 2018/19

Die Themenschwerpunkte des Studium generale werden jedes Semester wechselnd zu neuen Fragestellungen konzipiert. Die Module des Studium generale müssen nicht in einem bestimmten Semester studiert werden. Sofern der jeweilige Studiengang es zulässt, können die Studierenden auch ein Thema wählen, das erst im nachfolgenden Semester vom Studium generale angeboten wird. Um eine breitere Themenauswahl zu ermöglichen, weisen wir bereits auf die Themenschwerpunkte des nächsten Semesters hin:

Vorschau auf die Themenschwerpunkte des Sommersemesters 2019