Informationen zu den Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2017/2018

 

Die drei Vorlesungsreihen der Themenschwerpunkte sind für alle Universitätsangehörigen, für die Öffentlichkeit und für immatrikulierte Studierende aller Fachbereiche geöffnet.

Die Vorlesung des Master-Schwerpunkts ist nur für immatrikulierte Studierende aller Fachbereiche und für registrierte Gasthörerinnen und Gasthörer geöffnet.

Die BA-Übungen sind nur für die Studierenden geöffnet, in deren Bachelor-Studiengang ein Modul des Studium generale integriert ist.

Die Master-Übungen sind nur für die Studierenden geöffnet, in deren Master-Studiengang ein Modul des Studium generale integriert ist.

 

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2017/2018
 

► Themenschwerpunkt:  Familie, Freunde, Partner. Beziehungen im Kulturvergleich
Vorlesungsreihe, Montag, 18-20, Hörsaal N 1 (Muschel)

Wie leben wir heute beziehungsweise mit wem? In modernen Gesellschaften verän-
dern die Pluralisierung der Wahlmöglichkeiten und die damit einhergehende Indivi-
dualisierung der Lebensgestaltung auch die traditionellen Beziehungsformen: vom Bund für's
Leben zum Lebensabschnittspartner und zum »Mingle«, von der Großfamilie zur Patchwork-
Familie und zum Alleinerziehenden. Nicht nur virtuell beeinflussen Facebook und Dating-Por-
tale Freundschaften und Partnerschaften. Seit jeher knüpfen und pflegen wir komplexe Netz-
werke von Familien, Freunden, Partnern, Kollegen und Nachbarn. Evolutionstheoretisch gese-
hen ist Homo sapiens ein soziales Wesen, für das Beziehungen und Bindungen das Überleben
sichern. Wir haben das Bedürfnis, Teil einer Gruppe zu sein, geliebt und geliked zu werden.
Damit beschäftigt sich die Philosophie der Liebe, und das spiegelt sich im Bereich von Kunst
und Kultur wider – was wären Romane, Filme, Musik- und Theaterstücke ohne Beziehungen,
Konflikte, Trennungen und nicht zuletzt das Happy-End? Aus psychologischer Sicht können
Beziehungen durch soziale Rollen bestimmt sein oder persönlichkeits bezogenen Charakter
haben; sie weisen stabile Interaktionsmuster der Bezugspersonen auf.
In modernen Migrationsgesellschaften entwickeln sich interethnische Freund- und Partner-
schaften, interkulturelle Familienkonstellationen, binationale Ehen. Was bedeutet das z.B. für
unser Bildungssystem oder für ein europäisches Familienrecht? Der Wandel von Paarbezie-
hungen und Familienstrukturen ist Gegenstand aktueller gesellschaftlicher und politischer
Debatten. In unserer Vorlesungsreihe möchten wir den Diskurs aufgreifen und die Vielfalt von
Beziehungen und ihre kulturellen Kontexte aus der Perspektive von Sozial-, Natur-, Geistes und
Kulturwissenschaften in den Blick nehmen.

BA-Übungen zur Vorlesungsreihe: Mittwoch, 10-12
Master-Übungen: Kultur und Kulturbegegnung: Mittwoch, 16-18
 

► Themenschwerpunkt:  Inspired by Nature - Ideenquelle Natur
Vorlesungsreihe, Dienstag, 18-20, Hörsaal N 1 (Muschel)

Seit der Entstehung des Lebens hat die Evolution eine immense Vielfalt von Lebewesen
hervorgebracht. Bei den heute noch existierenden Organismen – evolutionär offen sicht-
lich erfolgreiche Formen – finden sich diverse optimierte biologische Konstruktionen und Prin-
zipien: ultraleichte und zugleich stabile Stützgerüste, Materialien mit überraschenden Eigen-
schaften, leistungsfähige Sensoren, Informations- und Kom muni kationssysteme, Daten spei-
cher im Miniaturformat oder effizienter Umgang mit Ressourcen. Die Einsicht, dass in der
Natur geniale Lösungen vorliegen für Probleme, vor denen auch der Mensch steht, ist der lei-
ten de Gedanke der Bionik, einer Cross-over-Disziplin zwischen Bio logie und Technik. Der
Mensch macht sich die belebte Natur in technologischer Hinsicht zum Vorbild, unterzieht bio-
logische Objekte einer naturwissenschaftlichen Analyse und über trägt das biologische Prinzip
nicht als Kopie, sondern als eine von der Natur angeregte in genieur wissenschaftliche Neu-
erfin dung in die Anwendung. Die kreative Umsetzung von Ideen aus der Natur führt in vielen
Bereichen zu echten Innovationen, die zudem oft noch besonders umwelt verträglich sind.
Für das Naturwesen Mensch erfüllt die Natur aber nicht nur eine »Informationsfunktion«,
indem sie ihm als Ideenpool für Erfindungen dient. Menschen haben auch einen emotionalen
Bezug zur Natur, empfinden ihren ästhetischen Wert, fühlen sich von ihr zu Kunstwerken inspi-
riert oder erleben Natur als Quelle spiritueller Erfahrungen. Unsere Vorlesungsreihe möchte
Einblicke in das per se inter- und transdisziplinäre Forschungsfeld der Bionik und weiterer
naturinspirierter Verfahren vermitteln, auf die Kostbarkeit biologischer Vielfalt hinweisen und
über Natur als Erfahrungsraum und Sinninstanz reflektieren.

BA-Übungen zur Vorlesungsreihe: Montag, 10-12, und Montag, 14-16
 

► Themenschwerpunkt:  Das neue Unbehagen? Sorgen, Ängste, Nöte in der Gegenwart
Vorlesungsreihe "Mainzer Universitätsgespräche", Mittwoch, 18-20, Hörsaal N 1 (Muschel)

Zur Legitimation vieler moderner Gesellschaften gehörte lange Zeit das Versprechen, an
der Beseitigung sozialer Ungleichheiten zu arbeiten, die Möglichkeiten individueller
Entfaltung zu erhöhen und so Gerechtigkeit und soziale Integration wenn nicht zu garantie-
ren, so doch anzustreben. Nicht wenige wissenschaftliche wie politische Diagnosen der
Gegen wart sehen das Erreichen dieser Ziele und das gesamte Versprechen in Frage gestellt –
unteranderem begründet durch weltweite Entwicklungen wie Klimawandel, Migration oder
Finanzkrise. Gleichzeitig erleben wir neue Polarisierungen und Enthemmungen, Proteste und
Anfech tungen sozialer Errungenschaften. Häufig werden diese Phänomene – reale soziale
Verände rungen einerseits, Emotionalisierungen im öffentlichen Raum andererseits – zueinan-
der in Beziehung gesetzt. Vermeintliche oder tatsächliche, real begründete oder herbei gere-
dete Sorgen und Ängste spielen bei den wissenschaftlichen wie politischen Debatten eine
zentrale Rolle: als Erklärungsfaktor für Einstellungen und Strategien, als Verweis auf die Not-
wendigkeit einer neuen Politik, als Indiz bedenklicher gesellschaftlicher Tendenzen, als gene-
relle Zukunfts angst oder als Fehlwahrnehmung der tatsächlichen Risiken.
Welche neuen Ängste und Sorgen sind gegenwärtig festzustellen? Welche davon sind begrün-
det, welche manipulativ erzeugt? Und wie ernst muss man sie nehmen? Wie reagieren Kunst
und Kultur auf das neue Unbehagen? Unsere Vortragsreihe geht diesen aktuellen politischen
wie wissenschaftlichen Fragen mit Beiträgen aus Soziologie und Politikwissen schaft, aus
Psychologie und Ökonomie sowie aus den Kulturwissenschaften nach.

BA-Übungen zur Vorlesungsreihe: Dienstag, 10-12, und Dienstag, 12-14

 

► Master-Schwerpunkt:  Grundlagen wissenschaftlicher Erkenntnis
Vorlesung: Wahrheit und Wirklichkeit in den Wissenschaften: Donnerstag, 16-18

Was ist Wissen? Was ist Wissenschaft? Wie ist Er kenntnis möglich? Welche Bedeutung verbin-
det sich mit dem Begriff der Wahrheit? Welches Verhältnis besteht zwischen wissen schaftlichen
Theorien und außer wissenschaft licher Realität? An bestimmten Stellen ihrer Tätig keit stoßen Wis-
senschaftler auf Grundlagenprobleme, die direkt an die Wissenschaftsphilosophie grenzen und
u.a. die oben erwähnten Fragen auf werfen. Die Veranstaltung versteht sich primär als Ein-
führung für Nicht-Philosophen, aber auch Philosopie-Studierende profitieren von ihr: Die Vorle-
sung geht zwar von philosophischen Fragestellungen aus, wendet diese in Form konkreter Bei-
spiele aber zu gleich auf verschiedene Wissenschaftsgebiete an.

Master-Übungen: Wie Wissen gemacht wird. Tatsachen, Theorien, Revolutionen: Montag, 12-14, und Montag, 14-16

 

Weitere Informationen zu den Lehrveranstaltungen des Wintersemesters 2017/2018


Die Themenschwerpunkte des Studium generale werden jedes Semester wechselnd zu neuen Fragestellungen konzipiert. Die Module des Studium generale müssen nicht in einem bestimmten Semester studiert werden. Sofern der jeweilige Studiengang es zulässt, können die Studierenden auch ein Thema wählen, das erst im nachfolgenden Semester vom Studium generale angeboten wird. Um eine breitere Themenauswahl zu ermöglichen, weisen wir bereits auf die Themenschwerpunkte des nächsten Semesters hin:

Vorschau auf die Themenschwerpunkte des Sommersemesters 2018