Wintersemester 2012/2013

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2012/2013

Die drei Vorlesungsreihen der Themenschwerpunkte und die Vorlesung des Master-Schwerpunkts sind für immatrikulierte Studierende aller Fachbereiche geöffnet.

Die BA-Übungen sind nur für die Studierenden geöffnet, in deren Bachelor-Studiengang ein Modul des Studium generale integriert ist.

Die Master-Übungen sind nur für die Studierenden geöffnet, in deren Master-Studiengang ein Modul des Studium generale integriert ist.

 

Themenschwerpunkt: Selbstbild und Weltbild. Kulturalität, Pluralität, Universalität?
Vorlesungsreihe, Montag, 18-20, Hörsaal N 1 (Muschel)
BA-Übungen zur Vorlesungsreihe: Mittwoch, 14-16, und Donnerstag, 10-12
Master-Übungen: Selbstbild und Weltbild. Kultur und Kulturbegegnung, Mittwoch, 16-18, und Donnerstag, 14-16

Sieben Milliarden Menschen mit ihrem je eigenen und einzigartigen Selbstbild – wie ent-steht dieses Verständnis von uns selbst und wie gestalten wir es? Das Selbstbild, das kognitive, emotionale und wertende Elemente vereint, wird durch das sozio-kulturelle Umfeld geprägt. Selbstbilder und Weltbilder bedingen sich wechselseitig und sind keineswegs statisch. Im Laufe der Geschichte hat Homo sapiens fantasievolle und geistreiche Vorstellungen von der Welt entwickelt und wieder verworfen. Für das Welt- und Selbstverständnis des Menschen spielen kulturelle und religiöse Traditionen und kulturelle Identität zentrale Rollen. Welche Werte, Normen und Orientierungsmuster dürfen angesichts der Pluralität heute noch allgemeine Gültigkeit beanspruchen? Und was kann die moderne Wissenschaft zur Konstitution und zur Analyse unseres Verständnisses von Selbst und Welt beitragen? Das leitende Anliegen der Vorlesungsreihe besteht darin, durch die Auseinandersetzung mit fächerübergreifenden und kulturvergleichenden Forschungsergebnissen eigene Selbst- und Weltbilder zu hinterfragen und die Vielfalt der Möglichkeiten aufzuzeigen, Selbst zu sein und in der Welt zu sein.


Themenschwerpunkt: Modell und Wirklichkeit in der Wissenschaft
Vorlesungsreihe, Dienstag, 18-20, Hörsaal N 1 (Muschel)
BA-Übungen zur Vorlesungsreihe: Mittwoch, 10-12, und Mittwoch 12-14

Seit ihren Anfängen setzen sich die Wissenschaften mit der Frage auseinander, ob ihre Theorien die Welt so erklären, wie sie an sich ist. Diese Frage wird heute vorsichtiger und differenzierter diskutiert. In populärwissenschaftlichen Diskussionen über den Wahrheitsgehalt wissenschaftlicher Theorien wird häufig der Satz geäußert: "Das sind ja nur Modelle." Ist eine solche Zurückhaltung auch unter den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern selbst verbreitet, die ja die Leistungsfähigkeit ihrer Disziplinen bestens beurteilen können? Ist der Hinweis auf den Modell-Charakter der Wissenschaften ein Anzeichen dafür, dass auch wissenschaftliches Erklären und Verstehen letztlich auf Anschauung und Vorstellung angewiesen bleiben? Unsere interdisziplinäre Vortragsreihe soll das Verhältnis von Modell und Wirklichkeit aus der Perspektive unterschiedlicher Fächer erörtern und auch angewandte Wissenschaften in die Diskussion einbeziehen.

 

Themenschwerpunkt: Zwischen Vernunft und Intuition. Wie treffen wir Entscheidungen?
Vorlesungsreihe "Mainzer Universitätsgespräche", Mittwoch, 18-20, Hörsaal N 1 (Muschel)
BA-Übungen zur Vorlesungsreihe: Montag,12-14, und Montag, 16-18

Das westliche Selbstverständnis des Menschen war das des vernunftbegabten Lebewesens. Dieses Bild hat sich inzwischen, besonders im Lichte experimenteller Forschungen, merklich gewandelt. Der sich transparente, logische Geist wird nicht länger als Garant vernünftiger Entscheidungen betrachtet. Emotionalität und Intuition treten der Vernunft als gleichberechtigte Stimmen zur Seite. Das sprichwörtliche Bauchgefühl ist keine beliebige "Intuition", sondern häufig Ergebnis unbewusster intelligenter Prozesse, die wir auch Tieren zuschreiben. Im Rahmen unsicherer Bedingungen kann die Intuition sogar leistungsfähiger sein als die strikte Logik. Die Vorlesungsreihe wird Fragen nach dem Verhältnis von Intuition und Vernunft und den Voraussetzungen des Entscheidens aus der Perspektive verschiedener Disziplinen wie der Psychologie, Philosophie, Biologie, und Ökonomie nachgehen.

 

Master-Schwerpunkt: Grundlagen wissenschaftlicher Erkenntnis
Vorlesung: Realität und Wahrheit in den Wissenschaften, Donnerstag, 18-20, Hörsaal N 1 (Muschel)
Master-Übungen: Wie Wissen gemacht wird. Tatsachen, Theorien und Revolutionen, Montag, 10-12, und Montag, 12-14

 

Die Themenschwerpunkte des Studium generale werden jedes Semester wechselnd zu neuen Fragestellungen konzipiert. Die Module des Studium generale müssen nicht in einem bestimmten Semester studiert werden. Sofern der jeweilige Studiengang es zulässt, können die Studierenden auch ein Thema wählen, das erst im nachfolgenden Semester vom Studium generale angeboten wird. Um eine breitere Themenauswahl zu ermöglichen, weisen wir bereits auf die Themenschwerpunkte des nächsten Semesters hin:

Vorschau auf die Themenschwerpunkte das Sommersemester 2013

 

Das Konzept der interdisziplinären Lehrveranstaltungen

Modul 1 "Interdisziplinarität" für Bachelor-Studiengänge

Modul 2 "Wissenschaftliche Grundlagen und Grundkompetenzen" für Master-Studiengänge

Im Unterschied zum Fachhochschulstudium soll ein Universitätsstudium den Studierenden über das Fachwissen hinaus die Fähigkeiten vermitteln, Fachinhalte in größeren Zusammenhängen zu sehen und sich mit umfassenden Problemfeldern komplexitätsgerecht auseinanderzusetzen. Die Module des Studium generale möchten daher insbesondere grundlegende und fächerübergreifende Kompetenzen ausbilden, die Reflexion und Orientierung ermöglichen.

Durch die Differenzierung in zwei unterschiedlich konzipierte Module "Interdisziplinarität" und "Wissenschaftliche Grundlagen und Grundkompetenzen" und durch das breite Angebot an Themen und Problemstellungen in den jeweiligen Vorlesungen und begleitenden Übungen können sowohl eher fächernahe Kontexte gewählt werden als auch Veranstaltungen, die ein exemplarisches Kennenlernen anderer Fachgebiete, Methoden und Inhalte ermöglichen. Neben den traditionellen interdisziplinären Vorlesungsreihen, die auch der Öffentlichkeit zugänglich sind, hat das Studium generale zusätzliche Vorlesungen eingerichtet, die nur für Studierende geöffnet sind und somit auf die Studienbedürfnisse ausgerichtet werden können. In den ebenfalls nur für die Studierenden der neuen Studiengänge konzipierten begleitenden Übungen des Studium generale werden die Themen der Vorlesungsreihen vertieft, die unterschiedlichen Methoden und Perspektiven der Fachdisziplinen reflektiert und lebensweltliche Zusammenhänge aufgezeigt.

Ein Modul besteht jeweils aus einer Vorlesung und einer begleitenden Übung. Es kann von allen mit dem Studium generale kooperierenden Fächern in ihre Studiengänge integriert werden - für fachbezogene Studiengänge vor allem zur interdisziplinäre Ergänzung, für interdisziplinäre Studiengänge vor allem zur Erweiterung von Methoden- und Grundlagenwissen und wissenschaftlichen Grundkompetenzen.